2. Dortmunder Glaukomtag am 4.11.2006


 
Morgens wurden wir im Hörsaal der Kinderklinik des Klinikums Dortmund von und Helga Kipp (Glaukom-Büro NRW, Initiatorin des Glaukomtages) begrüsst. Sie stellte fest, dass ca. 120 Gäste angemeldet waren und dankte allen, die ihr geholfen hatten, diese Veranstaltung auszurichten. Auch die Initiative Glaukom-Kinder wurde von ihr vorgestellt. Es folgte ein Vortrag von Dr. Grieshaber vom Universitätsspital Basel, Schweiz (Mitarbeiter von Prof. Dr. Flammer!) über das Normaldruck-Glaukom. Anschliessend konnten Fragen zu diesem Thema gestellt werden. Zur Weiterleitung bitte hier klicken!
Dr. Grieshaber vom Universit�sspital Basel, Schweiz
Dr. Grieshaber vom Universitätssspital Basel, Schweiz
Nach einer kurzen Pause, die ich nutzte, um Dr. Grieshaber unsere Initiative vorzustellen und ihm Flyer mitzugeben, hielt Dr. Grieshaber einen Vortrag über das kindliche Glaukom. Er erzählte vom klassischen "Trias": Tränenfluss, Blendempfindlichkeit und krampfartiger Lidschluss als äussere Symptome des kindlichen Glaukoms. Desweiteren wusste er zu berichten, dass die Ausbildung des Trabekelwerkes und die Differenzierung des Kammerwinkels ab dem 5. Schwangerschaftsmonat statt findet. Kommt es hierbei u.a. zur vermehrten Bildung von Kollagenose (Gewebe), so kann daraus das kindliche Glaukom entstehen. Zu den bekannten Symptomen, wie Augapfelvergrösserung, Hornhautödem und Sehnervenschädigung wurden bei den über 3-jährigen Kindern zusätzlich eine zunächst unklare Sehverminderung, Schielen und Kurzsichtigkeit genannt.
Zur Diagnostik gehört laut Dr. Grieshaber neben der Druckmessung auch immer eine Kammerwinkelspiegelung (Gonioskopie) dazu. Der Normbereich für den intraokulären Druck (IOD) beim Kleinkind wurde mit 11-14 mmHg angegeben. Zu beachten sei, dass die meisten Anästhetika eine augendrucksenkende Wirkung haben. Zum Vergr�sern einmal anklicken...
Unser Infostand Als Therapieziel sollte eine Langzeit-Drucksenkung mit minimalem Risiko für das Auge angestrebt werden. Die Behandlung ist laut Dr. Grieshaber immer sehr individuell. Wenn die Diagnose noch unklar ist, könne man sich zunächst auf eine bloße Beobachtung beschränken. In den meisten Fällen ist eine Behandlung aber erforderlich. Es gibt die chirurgische Therapie und die medikamentöse Therapie, wobei Medikamente alleine nicht wirksam sind und zudem Nebenwirkungen hervorrufen können, die die Kleinkinder noch nicht mitteilen können. Die Medikamente sollten nur bis zur OP eingesetzt werden oder nachfolgend nur, wenn die OP den Druck nicht erfolgreich senken konnte.
Es wurden dann noch die verschiedenen Tropfenarten, wie z.B. Karboanhydrasehemmer und Betablocker beschrieben. Ebenso wurden die chirurgischen Eingriffe, wie Goniotomie, Trabekulotomie, Trabekulektomie, Sklerotomie, Viskokanalostomie und Drainage-Implantate, Zyklophotokoagulation (in der Schweiz nicht mehr angewendet) erläutert. Es würde den Rahmen sprengen, an dieser Stelle näher darauf einzugehen. Fragen diesbezglich könnt Ihr gerne im Forum stellen. Die Therapie wurde weiterhin mit Überwachung des Augeninnendrucks, Beheben der Fehlsichtigkeit und einer Amblyopiebehandlung beschrieben. Für eine Fragerunde zu diesem Vortrag war leider keine Zeit mehr. Sie drfen mich gerne ansprechen...
Unsere Landkarte mit den F�nchen der Glaukom-Kinder; zum Vergr�sern bitte anklicken! Nachmittags wurde die Veranstaltung dann im St. Johannes-Hospital fortgesetzt. Dort herrschte eine sehr angenehme Atmosphäre: man unterhielt sich, tauschte sich aus und informierte sich an den verschiedenen Ständen. Es wurden noch Vorträge von Prof. Dr. Kohlhaas (Augenlinik Johanneshospital) und von dem Optikermeister Frank Siewert gehalten. Herr Siewert ist Fachberater für Sehbehinderte und hatte ein breites Spektrum an Kantenfiltern und Leselupen etc. mitgebracht. Darüber hinaus konnte man sich verschiedene Untersuchunsgeräte, wie z.B. HRT und GDx, erklären lassen und selbst ausprobieren.
Unser Stand wurde von einigen betroffenen Glaukompatienten aufgesucht, die erschrocken darüber waren, dass auch Kinder schon an dieser Erkrankung leiden können. Auch Prof. Dr. Kohlhaas konnte ich unsere Initiative vorstellen. Er war sehr interessiert und bestärkte uns darin, unsere sinnvolle Arbeit fortzuführen. Unterstützt wurde unser Stand von Frau Gudrun Badde, die auf die Familienkurse für sehgeschädigte Kinder von "Bewegung im Dialog e.V." hingewiesen hat. Um ca. 16 Uhr ging die Veranstaltung dem Ende entgegen. Gudrun Badde von Bewegung im Dialog e.V. untersttzt unseren Stand
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