Familienkurs - Kleve 2006


Jambo, ihr Lieben! (Jambo ist Afrikanisch und heißt: Hallo, wie geht´s?)
Der Familienkurs in Kleve stand in diesem Jahr nämlich unter dem Motto:
Wir fahren nach Afrika!
Wir wollen hier versuchen, zu beschreiben, wie der Familienkurs war, was er uns gebracht hat und warum wir ihn jeder Zeit wieder mitmachen würden... Nur ist das garnicht so einfach in Worte zu fassen...
Als wir dort hinfuhren, konnten wir uns fast garnichts unter dem Familienkurs vorstellen. Wir waren offen für alles und noch ziemlich gestresst von Dominik's Krankenhausarie.
Wir kamen dort an und fanden ein wunderschönes Grundstück vor, das sofort Erholung versprach. Kaum, dass wir das Auto abgestellt hatten, kam Regina auf uns zu und begrüßte uns freundlich. Sie zeigte uns den Garten, in dem bereits eine herrliche Kaffetafel gedeckt war. Das ganze Team war da, um uns zu begrüßen und sich sogleich um Dominik zu kümmern. Mit dem wohltuenden Gefühl, dass Dominik dort gut aufgehoben war, packten wir in Ruhe unser Auto aus.
Regina führte uns durch das Haus und zeigte uns alles: Unser Zimmer, die Duschen und das WC auf dem Flur- na,ja nicht unbedingt heutiger Standard! (Wir lernten schnell, dass dieser Umstand zur absoluten Nebensache geriet).
Der Tag ging, die Familien kamen alle an. Wir konnten es uns im Garten bei Kaffee und Kuchen schon mal gut gehen lassen und erste Gespräche mit dem Team und den anderen Familien führen. Am Abend gab's Pizza und alle Familien saßen mit den Kindern gemeinsam an einer grossen Tafel. Nachdem dann die Kinder erschöpft vom aufregenden Tag in die Betten geplumpst waren, trafen sich die Eltern, das Team und 6 Babyphone im Wintergarten. Wir bekamen einen Übersichtsplan, was wann in den nächsten 2 Wochen gemacht werden würde und man stellte sich kurz allen anderen vor.
Auf dem Plan standen verschiedene Komponenten: Familienbezogenes Tun, Großgruppe, freier Nachmittag und Abendgruppe. Aus diesen "Teilen" stellte sich der Plan für die 2 Wochen zusammen, immer im selben Rhythmus, so dass man immer wußte was als nächstes kommt. Nicht nur Kinder brauchen Rituale...
Am Montag morgen war erstmal Kennenlernen für die Kinder angesagt, mit Tanzen und Singen in der Grossgruppe. Mittagessen war für die Kinder am Kindertisch mit dem Team zusammen! Die Eltern durften nebenan alleine essen! Abends war das Erstgespäch mit dem jeweiligen "Teamer". Jede Familie bekam einen Betreuer zugewiesen, der sich aber immer mit allen aus dem Team kurzgeschlossen hat.
So nahm alles seinen lauf...Alle zwei Tage wurde in der Großgruppe eine Geschichte erzählt und fortgesetzt: eine Reise nach Afrika wurde erlebt, ertanzt, ersungen und gespielt. Und jedes Kind wurde mit seinen speziellen Fähigkeiten unbedingt gebraucht. So gab es einen Sprachenkundler, einen kraftvollen Tänzer, eine Höhlenforscherin, einen findigen Entdecker und viele mehr. Sie entdeckten afrikanische Dörfer, deren Bewohner, viele wilde Tiere. Sie erforschten den Regenwald und die Wüste, suchten z.B. Wege durch das Dickicht (durch den Raum gespannte Seile), spürten den Regen (Finger- und Händetrommeln auf der Haut) und lernten, was ein Sandsturm ist (bunte Bälle auf gespanntem Tuch).
Bei Familienbezogenem Tun wurde mit dem Teamer erarbeitet, was gemacht wird und wie man seinem Hauptproblem am Nahesten kommt. Alles Tun geschah im Spiel. Die Kinder wurden im Spiel beobachtet und ihre individuellen Fähigkeiten dort beurteilt und gefördert. Auf diese Art wurden sie wieder ein Stück weiter gebracht.
Die Abendgruppen waren zum Teil sehr emotional, man machte sich Gedanken, diskutierte, es wurden Erfahrungen gesammelt: wie fühlt sich ein Kind; man "lernte", aus der Perspektive der Kinder zu sehen.
Zudem gab es weitere Angebote für die Erwachsenen zum Beispiel: Tai Chi, Inliner laufen, Folklore tanzen,...


So vergingen die zwei Wochen wie im Fluge. Zu beschreiben, was bei jedem Einzelnen der Kurs bewegt hat, ist wirklich sehr schwer. Wir haben gelernt, dass Dominik zwar kleine Defizite beim sehen hat, aber dass er für sich schon Lösungswege gefunden hat, damit umzugehen. Er ist vorsichtig und überschätzt sich nicht, bei dem was er tut. Und das ist für uns eine sehr schöne Erfahrung gewesen, dass er für sich mit seinem Handicap gut zurecht kommt. Unser Blickwinkel hat sich geändert, man versteht jetzt viel eher, dass er seine eigenen Erfahrungen machen muß und dass man ihn machen lassen muß! Denn nur die Erfahrungen die er selber gemacht hat, kann er immer wieder abrufen, auch wenn er mal nicht mehr so gut sehen kann. Uns wurde ein wenig die Angst vor einer Sehrestverschlechterung oder gar Erblindung genommen. Auch dann haben wir ein ganz besonderes Kind, das wir über alles lieben und das genauso liebenswert bleibt wie es jetzt schon ist. Wir können mit dem Namen Bewegung im Dialog jetzt viel mehr anfangen. Denn alle waren ständig in Bewegung (geistig und körperlich) und auch im Dialog (sprachlich und non-verbal).
Wir haben den Kurs als etwas sehr Warmherziges, Vertrautes, absoulut Offenes und durchweg nur Positives erlebt. Anders lässt sich soetwas kaum beschreiben. Ich denke jeder der den Familienkus einmal erlebt hat, kann das nachvollziehen.

Noch ein paar Worte zum Team: Es war unglaublich wie sehr sich alle immer bemüht haben! Das gesamte Team stand mit seinem Wisssen zur Verfügung, alle haben sich Gedanken gemacht und haben jedes noch so kleine Problem ernst genommen. Sie standen alle immer im Dialog und waren ständig (gedanklich) in Bewegung. Dafür ein ordentlich großes Danke schön!

Für Jeden, der Informationen zum Kurs möchte:
zum einen die Homepage von Bewegung im Dialog (www.bewegung-im-dialog.de),
Regina Kleas beantwortet gerne E-Mails.
Aber auch wir stehen für weitere Fragen gerne zur Verfügung! (info@glaukom-kinder.de)

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